Dienstag, 28. Januar 2025

nix ändert sich

Gestern hatte ich mit der Betreuerin ein gesprächstermin in der Tagesstätte. Ich weiß jetzt noch nicht genau ob ich da hin will, aber beim hefeplan Gespräch für die Betreuung kann das Thema auf und die Frau hat das dann direkt mit beantragt. 
Das Gespräch verlief ganz gut, auch wenn ich nicht dazu gekommen bin, alle Fragen zu stellen und es mir unangenehm war, alles vorzulesen. Die meinten Komma nun wo die wissen dass ich Autismus habe, würden die mich verstehen und anders behandeln. Zumindest nicht mehr so wie früher, dass ich mich anpassen muss und die Dinge anders machen muss, als ich sie mache.

Frau Sue geht in paar Monaten in Rente und ich hatte gehofft, dann wird es besser. Vielleicht wird es dann auch anders und nicht mehr so ernst und streng. Aber beim Gespräch wurde schnell klar, dass alles noch ernster und strenger geworden ist als damals. Handyverbot haben die eingeführt. Nicht mal in der Pause wenn man langeweile hat und nur rumsitzt darf man es in die Hand nehmen. Stattdessen soll man Rätseln oder andere Sachen machen. Die Gruppe wollte es angeblich so. 
Das ist eine Sache, die mir wieder sehr gegen den Strich geht. Gerade war ich dabei, mich mit dem putzplan abzufinden, und nun kommt sowas. Was stört es die, was ich in der Pause mache, wenn sowieso keiner mit mir spricht und jeder sein eigenen Kram macht? Dort sind seit Jahren dieselben drei oder vier Leute, die sich gut mit Frau Sue verstehen und diese Regel wohl beschlossen haben.
ich denke an die geringe Wahrscheinlichkeit, das ist vielleicht auch nicht mehr wie früher ist, dass man in den Pausen Langeweile hat und nichts zu tun hat. 
Die meinten, ich kenne die probewoche machen und bräuchte auch nur drei Tage in der Woche kommen. Mit den regenterminen wäre mir das auch viel zu anstrengend sonst. 
Aber ich weiß nicht ob ich das schaffe und weil es überhaupt so mitmachen will und kann. Ich dürfte nicht mal etwas Lesen oder Schreiben am Handy, meine Romane bearbeiten so wie damals, weil die anderen sonst denken könnten ich würde verbotener Weise was spielen. Oje! 

Es ärgert mich sehr, dass dort alles mit Regeln, Pflichten und verboten geregelt wird. Dass man nicht für sich selbst entscheiden darf. Dabei ist man doch freiwillig dort. 

Und das Problem mit der Strecke ist immer noch da. Egal welchen Weg ich fahre, es sind immer irgendwo Menschen, die einen hinterher rufe man solle vom Fahrrad absteigen... Es gibt hier nun mal nicht durchgehend einen Radweg und es geht auch nicht in meinen Kopf rein, dass ich mehrmals die Straßenseite wegen der Ampelführung wechseln soll. Um auf die andere straßenseite zu wechseln, weil da 20 m Radweg ist und dann wieder auf die andere Seite, wo wieder paar Meter Radweg weitergeht. Dann endet der, dann ist gar kein Radweg, und dann wieder auf die andere straßenseite. 

Naja, ich habe die Wahl, mich den ganzen Kram zu unterwerfen und das alles so mitzumachen oder nicht. 
Aber irgendwie ändert sich nichts. Die Jahre vergehen und es geht nicht weiter. 

Mit der Betreuerin war ich heute noch im kirchenbüro wo eine spielegruppe stattfinden sollte. Aber die haben gesagt, das ist nicht mehr. Und ich solle in die Kirche gehen. 

Am liebsten würde ich eine Flasche Wein 🍷 trinken. Aber dadurch geht es mir auch nicht besser. Nur schlechter. Auch wenn es kurz ablenkt. 
Ich sitze nun wieder alleine hier und habe Angst, dass es immer weiter bergab geht. Und ich irgendwann zu Ende wie diese Frau in der WG, die den ganzen Tag nur durchs Haus gelaufen ist und geweint hat. Von morgens bis abends. 

Mittwoch, 1. Januar 2025

Wäschetag

Dave hat den ersten Bus nach 9 Uhr nach Hause genommen. Somit kann ich endlich anfangen wieder alles sauber zu machen. 
Bin immer noch richtig müde .. habe aber gestern am Ende nur noch Wasser getrunken und daher heute keine Kopfschmerzen oder Übelkeit! Bin erleichtert. 
 Nach 2 Aperol und 2 Whiskey war mein Bedarf an Alkohol auch gedeckt. Irgendwann war mir so kalt und ich wollte einfach nicht mehr! 
Vielleicht hing das auch mit den Zigaretten zusammen. Mein Gras war wohl teilweise alt und hat irgendwie keine Wirkung gezeigt. 
Heute wird die Stimmung langsam wieder besser. Auch wenn nicht so ganz positiv. 

Mit der Betreuerin wollen wir nächstes Jahr zwar ein paar Sachen zum Thema Beschäftigung angucken zb. Senioren computertreff, aber ich habe immer noch ziemliche Sorgen, dass ich damit auch nicht glücklich werde oder das nicht klappt und am Ende doch in die Tagesstätte muss und dort mit den ganzen anderen alten Problemen wieder konfrontiert werde. Wenn zb Frau Sue meckert, weil ich nur fünfsteller anstatt 15 auf einmal trage und ihr das nicht schnell genug geht, bin ich nicht mehr in der Verfassung dass ich nicht dann entschuldige, mir unterwürfig die restlichen zehn Teller hole und mich abhetze. Solche Erinnerungen wie damals als ich Hamburger gemacht habe, die nach Ablauf der Zeit in einer Minute fertig sein mussten und sie sich aufgeregt hat weil ich dort noch Pfeffer rauf machen wollte, was noch länger gedauert hätte ...
Früher habe ich aus Angst immer sofort gemacht was alle wollten. Aus Angst vor Konsequenzen. 
Heute kann und will ich das nicht mehr. Aus Angst, keinen eigenen Willen mehr zu haben.
Dazu eine gewisse Angst, Frau Mai wieder zu begegnen aus der WG. Wenn die dort mal zur Vertretung ist. Wenn sie dann gestresst ist und mit ihrer schrillen stimme meinen Namen sagt und sich aufregt über was auch immer.. wenn ihr irgendwas nicht schnell genug geht..
Ich will das Alte nicht wieder neu erleben.
Aber ich will auch nicht wieder den ganzen Sommer drinne sitzen und trinken und nur mit Dave fahrradfahren und dort trinken ist auch nicht mehr das wahre. Zudem kann er sowieso nur am Wochenende. 

In der Tagesstätte wären 17 Stunden Minimum. Bis jetzt verstehe ich nicht wieso denn damals gesagt wurde, fünf Stunden täglich während des Minimum. Naja