Das Gespräch verlief ganz gut, auch wenn ich nicht dazu gekommen bin, alle Fragen zu stellen und es mir unangenehm war, alles vorzulesen. Die meinten Komma nun wo die wissen dass ich Autismus habe, würden die mich verstehen und anders behandeln. Zumindest nicht mehr so wie früher, dass ich mich anpassen muss und die Dinge anders machen muss, als ich sie mache.
Frau Sue geht in paar Monaten in Rente und ich hatte gehofft, dann wird es besser. Vielleicht wird es dann auch anders und nicht mehr so ernst und streng. Aber beim Gespräch wurde schnell klar, dass alles noch ernster und strenger geworden ist als damals. Handyverbot haben die eingeführt. Nicht mal in der Pause wenn man langeweile hat und nur rumsitzt darf man es in die Hand nehmen. Stattdessen soll man Rätseln oder andere Sachen machen. Die Gruppe wollte es angeblich so.
Das ist eine Sache, die mir wieder sehr gegen den Strich geht. Gerade war ich dabei, mich mit dem putzplan abzufinden, und nun kommt sowas. Was stört es die, was ich in der Pause mache, wenn sowieso keiner mit mir spricht und jeder sein eigenen Kram macht? Dort sind seit Jahren dieselben drei oder vier Leute, die sich gut mit Frau Sue verstehen und diese Regel wohl beschlossen haben.
ich denke an die geringe Wahrscheinlichkeit, das ist vielleicht auch nicht mehr wie früher ist, dass man in den Pausen Langeweile hat und nichts zu tun hat.
Die meinten, ich kenne die probewoche machen und bräuchte auch nur drei Tage in der Woche kommen. Mit den regenterminen wäre mir das auch viel zu anstrengend sonst.
Aber ich weiß nicht ob ich das schaffe und weil es überhaupt so mitmachen will und kann. Ich dürfte nicht mal etwas Lesen oder Schreiben am Handy, meine Romane bearbeiten so wie damals, weil die anderen sonst denken könnten ich würde verbotener Weise was spielen. Oje!
Es ärgert mich sehr, dass dort alles mit Regeln, Pflichten und verboten geregelt wird. Dass man nicht für sich selbst entscheiden darf. Dabei ist man doch freiwillig dort.
Und das Problem mit der Strecke ist immer noch da. Egal welchen Weg ich fahre, es sind immer irgendwo Menschen, die einen hinterher rufe man solle vom Fahrrad absteigen... Es gibt hier nun mal nicht durchgehend einen Radweg und es geht auch nicht in meinen Kopf rein, dass ich mehrmals die Straßenseite wegen der Ampelführung wechseln soll. Um auf die andere straßenseite zu wechseln, weil da 20 m Radweg ist und dann wieder auf die andere Seite, wo wieder paar Meter Radweg weitergeht. Dann endet der, dann ist gar kein Radweg, und dann wieder auf die andere straßenseite.
Naja, ich habe die Wahl, mich den ganzen Kram zu unterwerfen und das alles so mitzumachen oder nicht.
Aber irgendwie ändert sich nichts. Die Jahre vergehen und es geht nicht weiter.
Mit der Betreuerin war ich heute noch im kirchenbüro wo eine spielegruppe stattfinden sollte. Aber die haben gesagt, das ist nicht mehr. Und ich solle in die Kirche gehen.
Am liebsten würde ich eine Flasche Wein 🍷 trinken. Aber dadurch geht es mir auch nicht besser. Nur schlechter. Auch wenn es kurz ablenkt.
Ich sitze nun wieder alleine hier und habe Angst, dass es immer weiter bergab geht. Und ich irgendwann zu Ende wie diese Frau in der WG, die den ganzen Tag nur durchs Haus gelaufen ist und geweint hat. Von morgens bis abends.